Befreundete Vereine stellen sich vor:

GAFF

Die Gruppe aktiver Fahrradfahrer und Fußgänger (GAFF) wurde 1978 von einigen Bielefelder RadfahrerInnen gebildet. Der Schwerpunkt der Verkehrspolitik hatte in Bielefeld vor allem auf einer einseitigen Bevorzugung des Autoverkehrs auf Kosten der RadfahrerInnen und des öffentlichen Verkehrs gelegen. Die GAFF wollte ein Gegengewicht zu dieser "Verkehr-t-politik" bilden.

27 Jahre Erosion der autogerechten stromlinienförmigen Verkehrspolitik oder ein Kämpfen gegen Windmühlenflügel?

Wir verstehen uns als Ansprechpartner für RadfahrerInnen und FußgängerInnen, bei Problemen mit Rad- und Fußwegen, Behörden und Autofahrern. Wir wollen Sprachrohr der nicht-motorisierten Mehrheit im täglichen Verkehr sein durch Pressearbeit und politische Lobbyarbeit, durch fachliche Information der Politik und Verwaltung sowie durch Infotische, Veranstaltungen und auf Fahrraddemonstrationen.

Wir nutzen den Kontakt zur Verwaltung u.a. im „Arbeitskreis Radverkehr“, um bereits bei der Planung von Radverkehrsanlagen Verbesserungen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen einzufordern und mitzugestalten.

Einige neue Fahrradstreifen auf der Straße, Fahrradparkhaus, Bielefeld ist „Fahrradfreundliche Stadt in NRW“ - ist das alles?

Da muß noch einiges anders werden in Bielefeld: keine neuen Prachtstraßen wie die B66n, die auf Dauer nur zu noch mehr Autos und noch mehr Stau führen. Das Angebot für die innerörtlich schnellsten Verkehrsmittel - Fahrräder, Busse und Bahnen - muss verbessert und attraktiver werden. Verträglicher Autoverkehr kann nur weniger und langsamer Autoverkehr sein. Wir unterstützen die Forderung des Deutschen Städtetages nach Tempo 30 als innerörtliche Höchstgeschwindigkeit für die Regel aller Straßen. Schmalere Fahrspuren sind für wirksame Temporeduzierung unerlässlich, schaffen Platz für RadfahrerInnen und FußgängerInnen und machen das Überqueren sicherer - gerade auf Hauptverkehrsstraßen.

Das Fahrrad ist das ideale Stadt-Verkehrsmittel.
Deshalb: Vorrang für's Fahrrad in der Verkehrsplanung!

Bordsteinradwege machen das Radfahren nicht sicherer - an Kreuzungen knallt's sogar öfter. Radfahrstreifen sind dann oft die bessere Lösung, wenn der Radverkehr nicht in den fließenden Verkehr auf der Straße integriert werden kann. Der Platz muss dann jedoch dem Autoverkehr entnommen werden und nicht den knappen Fußgängerflächen!

Eine fahrradfreundliche Stadt muss mehr bieten als viele Radwegkilometer: Weitere Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, mehr Fahrradstraßen und günstige Ampelschaltungen für Radlergeschwindigkeiten.

Forderungen der GAFF

Die Lebensqualität in Bielefeld ist durch die negativen Auswirkungen des Autoverkehrs stark beeinträchtigt. Unfälle, Lärm und Abgase gefährden und belästigen die Bürger. Der Autoverkehr beansprucht mehr Fläche als das Wohnen.

Neben den ungeheuren Kosten für Straßenunterhaltung, Verkehrslenkung, Parkplätze und Verkehrsbauten entstehen der Allgemeinheit zusätzliche soziale und ökologische Kosten, die aus dem städtischen Haushalt gedeckt werden.

Eine Umkehr zu den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln
ist dringend nötig.

Die Förderung des Autoverkehrs muss gestoppt werden: Analyse des städtischen Haushalts mit dem Ziel, alle versteckten Förderungen des Autoverkehrs offenzulegen; Beteiligung der auswärtigen AutofahrerInnen an allen Kosten des Autoverkehrs durch Erhöhung der Parkgebühren und notfalls Straßenbenutzungsgebühren.

Der Autoverkehr muss umwelt- und sozialverträglicher gestaltet werden:

· Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verminderung der Lärm- und Abgasemissionen durch Anordnung von Tempo 30 auf allen innerstädtischen Straßen mit Ausnahme von wenigen anbaufreien Verkehrsstraßen;

· Schutz der Wohnbevölkerung durch nächtliche Fahrverbote besonders für LKW;

· Maßnahmen gegen die Raserei auf unseren Straßen (z.B. durch städtische Radaranlagen).

Die umweltfreundlichen Verkehrsmittel müssen Vorrang haben:

Förderung des Fußgängerverkehrs:

Verkehrsplanung auch aus der Sicht von FußgängerInnen heißt:
· sinnvolle Vernetzung der Fußwege
· Schaffung sicherer Überquerungshilfen an Hauptverkehrsstraßen
· kurze Wartezeiten an Ampeln
· Freihaltung der Fußwege von Kraftfahrzeugen und RadfahrerInnen
· ein umwegarmes Wegenetz in ausreichender Breite.

Förderung des Fahrradverkehrs:

· FahrradfahrerInnen gehören als fließender Verkehr auf die Straße und nicht auf den Bürgersteig, wo sie FußgängerInnen als Schwächeren den Platz nehmen.
· Wenn der Radverkehr nicht sicher auf den Autospuren geführt werden kann, sind Radfahrstreifen auf der Fahrbahn oft die bessere Lösung im Vergleich zu einem Bordsteinradweg.
· Die Fahrradfreundlichkeit einer Stadt ist nicht gleichzusetzen mit der Zahl ihrer Radwegkilometer. Vielmehr muss durch zahlreiche Maßnahme eine Fahrradklima geschaffen werden, etwa durch Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, günstige Ampelschaltungen für Radlergeschwindigkeiten, gute Beschilderungen.
· Verbindlicher Etat für Maßnahmen des Ausbaus des Radverkehrsnetzes von 5 € je EinwohnerIn.

Um alle diese Maßnahmen für ein radfahrerInnen- und füßgängerInnenfreundliches Klima koordinieren zu können, ist die in der Verwaltung bestehende Stelle des/r Radverkehrsverkehrsbeauftragten als Rad- und - und Fußverkehrsbeauftragte fortzuführen und dem Dezernenten zu unterstellen.

Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs:

· Aktualisierung des Ratsbeschlusses zum modal-split von Herbst 1994;
· Ausbau des Stadtbahnnetzes in die Vororte (Sennestadt, Jöllenbeck, Dornberg, Heepen);
· Bessere Erschließung und Vertaktung der Randgebiete durch Buslinien;
· Anbindung des Umlandes durch günstige Verknüpfungen und Taktzeiten;
· Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen;
· Schaffung sicherer Stellplätze an den Haltestellen.

Wie können Sie die GAFF unterstützen?

Wir brauchen aktive MitstreiterInnen

Telefonische Ansprechpartner sind
Bernd E. Jürgens-Samm 872191, e-mail:bejs@gmx.de <mailto:bejs@gmx.de> und
Christian Janßen Tel 895326, e-mail: info@sivus-online.de

Wir brauchen Spenden und regelmäßige Mitgliedsbeiträge

Die GAFF ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.
Unsere Bankverbindung:
Postbank Hannover Konto: 90 30 90-302, BLZ: 250 100 30